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Viermal musste das Konzert aus den bekannten Gründen verschoben werden! Am 29. Und
30. Januar 2022 war es dann endlich soweit:
In den schönen Sälen des Forums Ohlsdorf und der Mozart Säle konnte die SINFONIETTA
NOVA HAMBURG unter ihrem Dirigenten DAVID DIETERLE ein kurzweiliges und
abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „AUFBRUCH IN DIE NEUE WELT, von
Hamburg nach New York“ einem erfreulich zahlreichen Publikum vorstellen.
Fast geheimnisvoll begonnen wurde der Abend mit CHARLES IVES´ Stück THE UNANSWERED
QUESTION, in dem der amerikanische Komponist die unterschiedlichen Facetten der Musik
des 20. Jahrhunderts hörbar macht:
„Die Streicher bilden ein unerschütterliches, aus tonalen Akkorden gebildetes Fundament
und beschließen das Werk in „ungestörter Einsamkeit.
Die Holzbläser erscheinen zunehmend irritiert und jagen der „unsichtbaren Antwort“ nach,
während sie immer lauter, fast aggressiv und dissonanter werden.
Die Trompete stellt aus der Ferne die drängende, „unbeantwortete, ewige Frage“ nach der
Existenz.“
GEORG PHILIPP TELEMANN und sein Patenkind CARL PHILIPP EMANUEL BACH haben beide
lange in Hamburg gewirkt.
Mit Temperament und Spielfreude musizierte das Orchester die lautmalerische „EBB´UND
FLUT“ von Telemann und den 1. Satz aus C.Ph.E. Bachs virtuoser 1. Sinfonie.
IGOR STRAWINSKY pendelte im 20. Jahrhundert immer wieder zwischen New York und
Europa und arbeitete in Hamburg mit dem Komponisten Rolf Liebermann zusammen.
Sein einem befreundeten Mäzen zum 30. Hochzeitstag gewidmetes „Kleines Konzert“
DUMBARTON OAKS, einem Landhaus in Washington D.C., das entfernt an die
Brandenburgischen Konzerte J.S. Bachs angelehnt ist, wurde in seiner rhythmischen
Vertracktheit von Dirigent und Orchester souverän gemeistert.
FELIX MENDELSSOHN-BARTHOLDY, gebürtiger Hamburger, gilt als „Wiederbeleber“ der
Musik J.S. Bachs. Die im Konzert erklungene „OUVERTÜRE FÜR BLASORCHESTER“ schrieb der
15-Jährige aus Langeweile während eines Kuraufenthaltes.
Von Langeweile konnte bei der höchst lebendigen Wiedergabe durch die Bläser der
SINFONIETA NOVA HAMBURG allerdings keine Rede sein!
Die tief berührenden, inhaltlich an den Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert
angelehnten „LIEDER EINES FAHRENDEN GESELLEN“ von GUSTAV MAHLER interpretierte der
junge schwedische Bariton MARTIN LISSEL mit großem Ernst und wunderbarer Stimme.
Gustav Mahler war sechs Jahre an der Hamburgischen Staatsoper tätig, bevor er in Wien und
New York als Dirigent und Komponist eine glanzvolle Karriere machte.
Beschlossen wurde das Konzert mit dem Stück eines noch lebenden Komponisten: PHILIP
GLASS, geboren 1937 in Baltimore, benutzt für seinen Kompositionsstil statt „Minimal
Music“ lieber den Ausdruck „Musik mit sich wiederholenden Strukturen“.
Davon konnten sich die Besucher im 6. Satz aus seinem Streichquartett No 3 MISHIMA , mit
dem das Konzert fast meditativ endete, einen Eindruck verschaffen.
Großer Dank gilt allen Mitwirkenden und den Veranstaltern, die den Mut und die Geduld
nicht verloren und zu diesen wunderbaren Konzerten beigetragen haben!